Die hohe Kunst der Tischmanieren

noble place setting on dark tablecloth

Essen ist erholsam. Beim Essen kann man seinen Kopf ausschalten und die Sinne walten lassen. Sollte man zumindest meinen. Doch wenn man nachforscht, was zum guten Ton am Tisch gehört, wird schnell klar, dass es hier wohl nichts wird mit Kopf ausschalten. Korrekte Haltung, Bestecksprache und einiges mehr fordern volle Konzentration – wenn man es ernst nimmt. Im Zweifelsfalle empfehlen wir: Lieber das Essen genießen, denn bis auf die Königin von England hält sich wohl sowieso niemand so genau daran. Will man aber bei Geschäfts- oder anderen wichtigen Essen einen guten Eindruck hinterlassen, ist es dennoch ganz gut, ein paar Regeln zu kennen.

 

EselsbückeWie wird der Tisch richtig gedeckt?

Die Gabel liegt links vom Teller, das Messer kommt mit Schneide nach ihnen gerichtet auf die rechte Seite. Rechts neben dem Messer liegt der Löffel. Dessertbesteck wird quer oberhalb des Tellers gelegt.

Wie wird die Serviette richtig genutzt?

Die Serviette wird zur Hälfte aufgefaltet und mit der offenen Seite Richtung Tisch auf den Schoß gelegt. Genutzt wird sie, um die Lippen vor dem Trinken abzutupfen, damit auf den Gläsern keine Fettränder entstehen. Nach dem Essen sollte sie wieder zusammengefaltet und neben den Teller gelegt werden.

Was ist die korrekte Körperhaltung?

Man sollte möglichst aufrecht sitzen. Von den Armen sollten jeweils nur die Hände und höchstens noch Teile des Unterarms auf dem Tisch liegen. Die Speisen werden zum Mund geführt und nicht der Kopf in Richtung Teller gebeugt.

Wie wird das Besteck korrekt benutzt?

Die Gabel wird in der linken Hand gehalten, jedoch nicht zu nahe an den Gabelzinken. Das Messer wird mit der rechten Hand benutzt. Hierbei darf der Zeigefinger aber nicht auf der Messerschneide liegen. Wird kein Messer benötigt, darf man die Gabel auch in die rechte Hand nehmen. Der Löffel wird ebenfalls in der rechten Hand gehalten. Wurde das Besteck einmal in Gebrauch genommen, darf man es nicht mehr zurück auf das Tischtuch legen.

Was kann man mit der „Bestecksprache“  kommunizieren?

Will man ausdrücken, dass man mit dem Essen noch nicht fertig ist, oder gerne noch einen Nachschlag hätte, legt man das Besteck übereinander gekreuzt auf den Teller. Platziert man Messer und Gabel parallel zueinander auf dem Teller, signalisiert man, dass man fertig gegessen hat. Werden die beiden Besteckstücke nach rechts unten auf „fünf vor halb sechs“ ausgerichtet, heißt dies, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden, wohingegen links unten oder „fünf nach halb sieben“ bedeutet, dass es geschmeckt hat.

Wie hält man Gläser und Tassen?   

Wenn Gläser einen Stiel haben, werden sie an diesem angefasst, da so der Inhalt nicht unnötig erwärmt wird. Tassen werden am Henkel angefasst, jedoch werden die Finger nicht durch die Öffnung durchgesteckt. Bevor man zu trinken beginnt, sollte das Essen heruntergeschluckt sein.

Absolute No-Goes

Schlürfen, Schmatzen und Rülpsen sollte man dringend vermeiden. Auch die Ellenbogen auf den Tisch zu legen macht keinen guten Eindruck. Ein übler Fauxpas ist außerdem, die Serviette in den Kragen zu stecken. Unbedingt unterlassen!